Ulmer Zelt 2012

Ulmer Zelt 2012 Volksfestplatz Friedrichsau
Sábado 2 de Junio de 2012

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Concert

Con The Gaslight Anthem

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Sábado 2 de Junio de 2012
Als Brian Fallon, Alex Rosamilia, Alex Levine und Benny Horowitz auf die Bühne springen, dröhnt aus den Boxen «Sabotage» von den Beastie Boys. Die Musiker von The Gaslight Anthem würdigen damit den jüngst verstorbenen Kollegen Adam Yauch, der mit seiner Band den Rap vor 30 Jahren massenkompatibel gemacht hat. Ohne weitere Umschweife kommt die Band, deren Konzert nach Bekanntgabe des Zeltprogramms im Nu ausverkauft war, zur Sache. Auf den Schlagzeughocker gesetzt, Gitarre in knietiefe Position gebracht, Blick übers dicht gedrängt jubelnde Publikum geworfen, los geht’s.
Und wie. «Great Expectations» erfüllt die hochgehängten Erwartungen der teilweise aus dem benachbarten Ausland angereisten Fans sofort. Mit «We Came To Dance» vom 2007er Debüt «Sink or Swim» gibt Bandchef Fallon die weitere Richtung vor. Das ungewöhnlich textsichere Publikum stimmt ein, klatscht mit, tanzt, und so fliegen während der nächsten drei Stücke vom zweiten Album «The ‘59 Sound» nacheinander diverse Jacken auf die Bühne. Das Helden-Feiern ist großartig, aber auch schweißtreibend.
Nach einer gefühlten halben Stunde spricht der gutgelaunt wirkende Fallon das erste Mal zur Menge. Er freue sich so, in einem Zirkus auftreten zu dürfen, das sei als Kind ein Wunschtraum von ihm gewesen, erklärt er in breitem amerikanischen Slang und mit ebenso breitem Grinsen. Am liebsten wäre er Schlangenbeschwörer geworden. Doch die Schlange hätte ihn sicher gebissen, und das wär’s dann gewesen mit der Karriere. Die 1200 Anwesenden sind froh, dass es nicht so kam. «Immerhin spielen wir jetzt in einem Zirkus, wenigstens für einen Tag», schließt der 32-Jährige, kündigt unter aufbrandendem Jubel das nächste Stück an - «45» von der erst im Juli erscheinenden vierten Platte «Handwritten» -, macht einen Ausfallschritt nach vorn und neigt sich wieder seiner blau-weißen Fender Telecaster zu, die er mit tätowiertem Arm kraftvoll wie einen Hobel bearbeitet.
Das ist der Moment, an dem sich der allgemeine Musikliebhaber allmählich zu langweilen beginnt und der Hardcorefan erst so richtig aufdreht. Er klettert am Nebenmann in die Euphoriehöhe und lässt sich von der Menge zum intensiven mit ausgiebigem Instrumental eingeleiteten «Angry Johnny and the Radio» glückselig auf Händen tragen. Andere hingegen wundern sich nach gut eineinhalb Stunden inklusive sechs Zugaben: «Haben die jetzt ,American Slang’ zweimal gespielt?» Denn, ganz ehrlich: Allzu vielseitig klingt das Repertoire der 2006 in New Jersey gegründeten Band nicht. Aber das ist bei Punkrock, dem sie teilweise zugerechnet werden, normal. Auch Artverwandte wie Social Distortion punkten nicht durch ausgefeilte Riffs und intellektuellen Schnick-Schnack, sondern begeistern mit schlichten Geradeausrhythmen, holpernd-kraftvollen Akkorden und einer Stimme, die einem Schauer den Rücken hoch und runter jagt. Das ist Musik, die all jenen ein breites Grinsen ins Gesicht brennt, die sich drauf einlassen, und tiefste Tiefen im Leben ertragbar macht. Hard-Boy Fallon besitzt eine ähnlich berührende Stimme wie Mike Ness und Johnny Cash und verfügt dazu als Songwriter über das untrügliche Gespür für die Hymne (Englisch: «Anthem») eines Bruce Springsteen.
The Gaslight Anthem sind dabei, den amerikanischen Punkrock aus der - wenn auch schon lange kommerziell recht erfolgreichen - Nische in die großen Stadien und damit an den Ort der Massenkompatibilität zu holen. Das schlägt den Bogen zurück zum Kollegen Yauch. Umso bemerkenswerter, dass es den Zeltmachern gelang, diese Band zwischen Terminen mit Soundgarden, Refused und den Afghan Whigs auf großen europäischen Festivals nach Ulm zu holen.
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